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Moneke trumpft doppelt auf

steven2012wetzlar1ra) Weltranglistenspieler Steven Moneke aus Alten-Buseck hat am Samstag bei den Wetzlar Open im Tennis nicht nur seinen Vorjahreserfolg im Einzel wiederholt, sondern an der Seite von Tim Pütz aus Frankfurt auch noch die Doppelkonkurrenz gewonnen.

Weiter auf Erfolgskurs: Steven Moneke (Alten-Buseck) ließ im Einzel-Finale gegen Pablo Galdon (Argentinien) nichts anbrennen. (Foto: Vogler)

Dass Steven Moneke den höher eingestuften Argentinier Pablo Galdon im Endspiel vor gut 200 Zuschauern mit 6:0 und 6:2 praktisch deklassieren würde, war ebenso wenig zu erwarten gewesen wie das 6:2, 6:0 zusammen mit Tim Pütz über Andre Begemann/Alejandro Moreno Figueroa (Tiefenbach/Mexiko) im Doppel.

Im Einzel hatte Moneke über die Woche hinweg Jannis Kahlke (6:4, 6:2), Javier Vivanco (Ecuadur) mit 6:1 und 6:4, Doppelpartner Tim Pütz (6:1, 6:2) und den topgesetzten J. Struff (3:6, 7:5, 6:1) ausgeschaltet und dabei nur im Halbfinale gegen Struff größeren Widerstand zu brechen. Im Finale am Samstag gegen Sandplatzspezialist Galdon war Moneke der laufstärkere, der beweglichere Spieler, der sich nie aus der Ruhe bringen ließ und dem Argentinier durch das frühe Break zum 2:0 sein Spiel aufdrückte. Das 6:0 im ersten Satz war eine Demonstration der Stärke des Alten-Buseckers (»Ich war von Beginn an präsent«), der sich von seinen 18 Weltranglistenpunkten im zweiten Durchgang nur noch kurzzeitig abhalten ließ, nach dem 2:2 aber wieder zu seinem Spiel fand und schnell alles klarmachte. »Ich habe selbst Druck ausgeübt, kaum fehler gemacht«, analysierte der Alten-Busecker, »es ist natürlich toll, ausgerechnet im Finale die beste Turnierleistung abrufen zu können.«

Mit dem Einzeltriumph in Wetzlar dürfte sich Steven Moneke zudem erstmals unter die besten 400 Spieler der Tennis-Weltrangliste geschoben haben. »Wichtig ist erst einmal, das ich die 18 Zähler aus dem Vorjahr verteidigt habe. Da das Feld spielstärker als im Vorjahr besetzt war, konnte ich davon vor dem Turnier nicht unbedingt ausgehen.

Im Doppel ließen Moneke/Pütz im Verlauf der Wetzlarer Turnierwoche überhaupt keinen Satzverlust zu. Dem Erstrunden-6:3, 6:1 über Press/Wehnelt folgten ein 6:2 und 6:4 über Fuentes/Vivanco (Chile/Ecuador) sowie das Halbfinal-6:3; 6:2 gegen die Mexikaner Reyes-Varela/Rodriguez. Mit dem Finalerfolg direkt im Anschluss an das Einzelendspiel bestätigte Moneke zudem seine augezeichnete körperliche Verfassung.

 

steven2012wetzlar2Moneke deklassiert Gaucho-Diva

Busecker siegt bei Wetzlar Open

Wenigstens den Humor hat er nicht verloren. Als Steven Moneke kurz davor war, Pablo Galdon im Finale der Wetzlar Open gestern den letzten Zahn zu ziehen, feuerte eine Zuschauerin den argentinischen Tennisprofi lautstark mit einem "Vamos!" an. Galdons verblüffende Antwort in Muttersprache hätte treffender nicht sein können: "Si, al hospital". Also: "Ja, ins Krankenhaus." Verteidigt seinen Titel bei den Wetzlar Open: Stev... | mittelhessen.deDenn das Finalergebnis von 0:6, 2:6 der Nummer 285 der Weltrangliste gegen Lokalmatador Moneke, der vor allem im ersten Satz mit nahezu perfektem Tennis eine Sahneleistung auf die rote Sandasche zauberte, war eine mittlere Katastrophe für den topgesetzten und spanisch sprechenden Gaucho. "Ich habe mich einfach schlapp gefühlt, aber das darf keine Ausrede sein", gab sich Galdon nach dem Endspiel auf mäßigem Niveau als fairer Verlierer. "Weltranglistenplätze sagen eben nicht alles aus", konstatierte der in der Bundesliga für den TC Krefeld aufschlagende passionierte Münzensammler.

Davon konnten sich die über 200 Zuschauer im Wetzlarer Bodenfeld ein Bild machen. Moneke gelang unter der lautstarken Unterstützung von Vater und Tennishallenbetreiber Burkhard vom ersten Aufschlag weg in Durchgang eins fast alles. Nach einem Blitz-Break zu Beginn sorgte ein beachtliches Ass für eine 2:0-Führung zugunsten des Hobbyfußballers, dessen Herz für den Hamburger SV schlägt.

Im Doppel-Finale: Steven Moneke (l.) sowie der Tie... | mittelhessen.deMoneke war sichtbar wacher, galliger und vielseitiger als sein Gegenüber - er war, wie es so schön heißt, einfach besser drauf. Dabei mussten am Vortag beide Protagonisten in wesentlich höherklassigen Duellen über zweieinhalb Stunden "nachsitzen" und in kräftezehrenden drei steven2012wetzlar3Sätzen den Finaleinzug erschwitzen. "Ich habe mich super gefühlt und war voller Energie", wollte Kraftbündel Moneke von einem Substanzverlust nichts wissen. Davon war auch nach dem 6:0 im ersten Satz wirklich nichts zu sehen. Frisch und mutig zwang Moneke den Argentinier zu Fehlern - wenngleich die echten Klasseschläge aus dem Handgelenk Galdons abgefeuert wurden, was die Zuschauer dem insgesamt aber fast schon träge wirkenden Gaucho mit warmem Beifall dankten.

Doch selbst als Galdon im zweiten Satz kurzzeitig mit vielen Slice-Bällen mehr Sicherheit in seine Aktionen streute und die Partie beim 2:1 offener hielt, kam im Grunde nie ein Zweifel daran auf, dass Moneke seinen Vorjahressieg wiederholen würde. Der Argentinier aus Galvez war zu sehr mit sich selbst beschäftigt: Einmal pfefferte er seinen Schläger entnervt in die Asche, um nur Sekunden später mit einem unangebrachten Kabinettstückchen und einem Schlag durch die eigenen Beine Moneke den 2:2-Ausgleich zu ermöglichen.

Der Mittelhessen machte die Scherze des Favoriten nämlich nicht mit, schnappte sich das nächste Break und knallte Galdon die gelbe Filzkugel humorlos per Direktabnahme bei seinem ersten Matchball unreturnierbar vor die Füße.

steven2012wetzlar4Alten-Busecker beeindruckt auch im Doppel an der Seite von Tim Pütz

"Wichtig war, dass ich nicht nach ihm geschaut habe, sondern der Blick auf mein Spiel gerichtet blieb", erzählte Moneke, der sich neben rund 1000 Euro Siegprämie ("Das geht sowieso alles für die Reise- und Hotelkosten drauf") über 18 Weltranglistenpunkte freuen durfte. Wurde der 25-Jährige 2008 noch auf Platz 1234 geführt, rangiert die Nummer 33 der DTB-Rangliste jetzt in ganz anderen Sphären. "Ich muss jetzt viele Challenger-Turniere spielen und will weiter nach oben", sagt Moneke, der schon ab Montag im bayrischen Friedberg erneut bei einem Future-Turnier Station macht und es dort erneut mit Galdon, der erst am 13. August zurück in die Heimat fliegt, zu tun bekommen könnte.

Wetzlar bleibt jedenfalls ein gutes Pflaster für den wendigen und ehrgeizigen Alten-Busecker, der sich anschließend auch noch den Sieg im Doppel krallte. Gemeinsam mit Tim Pütz (Eintracht Frankfurt) wies Moneke den Tiefenbacher André Begemann und Alejandro Moreno Figueroa (Mexiko) 6:2, 6:0 in die Schranken. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass Begemann zu den 100 besten Doppelspielern der Welt gehört, es in diesem Jahr bei Grand-Slam-Turnieren wie den French Open schon ins Hauptfeld packte und der Vorjahressieger noch dazu nur wenige Minuten Pause genießen durfte. Aber Rast machen, das ist ohnehin nicht Monekes Ding.

Die Ergebnisse Einzel: Steven Moneke (Alten-Buseck) - Pablo Galdon (Argentinien) 6:0, 6:2.

Doppel: Steven Moneke/Tim Pütz (Alten-Buseck/Frankfurt) - André Begemann/Alejandro Moreno Figueroa (Tiefenbach/Mexiko) 6:2, 6:0.

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